Rückblick auf die ANPI 2026
ANPI 2026: Rückblick auf zwei inspirierende Tage in Osnabrück
Zwei Tage, die zeigen, was möglich ist, wenn Expertise, Engagement und echter Austausch zusammenkommen: Am 22. und 23. April trafen sich zur 42. ANPI im Alando Palais & Ballhaus in Osnabrück rund 340 Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachkräfte aus der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin. Das Programm mit 54 Referierenden, 11 Workshops und 6 Sessions mit insgesamt 35 Einzelthemen hat einmal mehr bewiesen, warum die ANPI seit über vier Jahrzehnten ein fester Bestandteil des fachlichen Austauschs ist.
Und ja, neben all der fachlichen Tiefe blieb auch Raum für das, was die ANPI ebenfalls ausmacht: persönliche Begegnungen, intensives Networking, eine interessante Industrieausstellung und nicht zuletzt die legendäre ANPI-Party, die gezeigt hat: Wer sich mit so viel Herzblut für die Kleinsten einsetzt, kann auch gemeinsam groß feiern.
Ein Programm mit Handschrift
Verantwortlich für das vielseitige und praxisnahe Programm waren die wissenschaftlichen Leiter Priv.-Doz. Dr. med. Fabian Bärtling und Dr. med. Florian Urlichs vom Christlichen Kinderhospital Osnabrück. Mit großem Engagement haben sie eine Tagung gestaltet, die aktuelle Herausforderungen aufgreift, neue Impulse setzt und vor allem eines ermöglicht: den offenen, interdisziplinären Austausch auf Augenhöhe.
Denn genau darum geht es bei der ANPI seit Beginn an: voneinander lernen, Erfahrungen teilen und gemeinsam daran arbeiten, die Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen kontinuierlich zu verbessern.
Vielfalt, die den Alltag widerspiegelt
Die inhaltliche Bandbreite der ANPI 2026 war beeindruckend. Von modernen Verfahren wie der Videolaryngoskopie über zentrale Themen wie neonatale Sepsis, perinatale Asphyxie oder den pädiatrischen Non-Trauma-Schockraum bis hin zu seltenen, aber kritischen Krankheitsbildern wie dem neonatalen Kompartmentsyndrom und auch wesentlichen Aspekten einer adäquaten Ernährung. Gleichzeitig wurde auch Raum für Perspektiven geschaffen, die im klinischen Alltag oft zu kurz kommen wie etwa die Seelsorge in der Kinderintensivmedizin.
Aufschlussreiche Highlights: Die Fall-Session, in der reale Fälle und deren Verläufe diskutiert und gemeinsam reflektiert wurden. Hier wurde Wissen unmittelbar greifbar.
Wenn Medizin auf Lebensrealität trifft
Einen Vortrag, den sicherlich viele als besonders erlebt haben, war die Keynote von Silke Mader, Vorstandsvorsitzende der Global Foundation for the Care of Newborn Infants (GFCNI) und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Mit großer Offenheit sprach sie über ihre persönlichen Erfahrungen als Mutter extrem frühgeborener Zwillinge und lenkte den Blick auf ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt: das Leben nach der Neonatologie, das Leben erwachsen werdender Frühchen. Ihr Appell, das gesellschaftliche Bewusstsein für die langfristigen Herausforderungen frühgeborener Kinder und ihrer Familien zu stärken, sorgte für einen der stillsten und zugleich eindrücklichsten Momente dieser Tagung.
Auch die Workshops boten praxisnahe Einblicke und echte Hands-on-Erfahrungen:
von Stationsbegehungen im Christlichen Kinderhospital über Notfalltrainings bis hin zum Erlernen invasiver Techniken wie Pleuradrainagen oder intraossären Zugängen. Hier wurde nicht nur Wissen vermittelt, sondern direkt erlebbar gemacht.
Was bleibt, was nehmen wir mit?
Eine ANPI, die ihrem Anspruch einmal mehr gerecht geworden ist: informativ, interdisziplinär, inspirierend und zukunftsorientiert. Und vor allem: Getragen von Menschen, die mit großem Engagement und hoher fachlicher Kompetenz jeden Tag daran arbeiten, Früh- und Neugeborenen bei ihrem Start ins Leben so effektiv wie möglich zu helfen.
Ein gemeinsamer Erfolg
Unser Dank gilt allen, die diese ANPI möglich gemacht haben: den wissenschaftlichen Leitern, den Referierenden und Workshop-Leitenden, den Industriepartnern, den vielen helfenden Händen im Hintergrund und allen Teilnehmenden, die bereit sind, sich durch ihrer Arbeit Tag für Tag für Neugeborene und ihre Eltern zu engagieren. Sie alle haben diese Tagung mit Leben gefüllt.